proPlant expert: Alternaria in Kartoffeln 2019

In Kartoffeln ist aktuell in einigen Regionen eine deutliche Zunahme des Befalls mit der Alternaria-Dürrfleckenkrankheit (A. solani) zu beobachten. Zwar ist Bayern weiterhin wie in den Vorjahren ein Hauptbefallsgebiet, aber der Pilz tritt seit einigen Jahren auch in anderen Bundesländern stärker auf. Wie die nachfolgende Infektionsgrafik aus proPlant expert.classic – unserem neutralen Pflanzenschutz-Beratungssystem – für die Wetterstation Kleve in Nordrhein-Westfalen als Beispiel zeigt, hat das Wetter der letzten 5 Wochen diese Krankheit gefördert: die vier roten Punkte zeigen optimales Infektionswetter an. Der Befall mit Krautfäule dagegen wurde durch die 2-wöchige heiße Trockenphase von Ende Juni/Anfang Juli erst einmal ausgebremst. Umgekehrt wird Alternaria-Befall in geschwächten Kartoffel-Beständen (z.B. durch langanhaltende Trockenheit und damit häufig verbundenen Nährstoffmangel) gefördert.

Im Jahr 2010 erstellte die proPlant GmbH den Bericht “Klimawandel in Nordrhein Westfalen – Auswirkungen auf Schädlinge und Pilzkrankheiten wichtiger Ackerbaukulturen”. Die damalige Prognose: “Für Alternaria ist eine etwas zunehmende Bedeutung zu erwarten.” Die nachfolgende Abbildung bis zum Jahr 2050 zeigt diesen Trend (Kleve als Beispiel). Die aktuellen Beobachtungen in der Praxis passen zum Trend in der damaligen Prognose.

Angesichts der vom Klimawandel geförderten Bodentrockenheit nimmt in Deutschland die Bedeutung der Beregnung zu. Beregnungsflächen werden stärker von Alternaria befallen. (Dies gilt übrigens z.B. auch für Cercospora-Blattflecken in Zuckerrüben.)

Als Fungizid-Wirkstoffe gegen Alternaria stehen zur Verfügung:

  • Mancozeb (preisgünstig, nicht resistenzgefährdet, Mangananteil fördert Blattgesundheit, aber: kurze Wirkungsdauer; besonders geeignet für frühen Einsatz)
  • Difenoconazol
  • Strobilurine (aber: Resistenzen bereits aufgetreten)
  • Produktkombinationen Tanos + Shirlan oder Electis + Shirlan oder Produkt Banjo forte

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