Rapserdfloh im Winterraps: Larvenbefall kontrollieren – Behandlung gezielt terminieren!
Der warme September und der bislang milde Oktober haben die Ei- und Larvenentwicklung des Rapserdflohs beschleunigt – ähnlich wie im Herbst 2023. Gleichzeitig begünstigten die Temperaturen eine lang anhaltende Eiablage. In früh befallenen Rapsbeständen sind bereits Larven geschlüpft, regional nimmt der Larvenschlupf zu. Bei späterem Hauptzuflug ist dagegen erst Ende Oktober oder im November mit stärkerem Larvenschlupf zu rechnen.
Jetzt kommt es darauf an, den Larvenbefall schlagspezifisch einzuschätzen. Ab der zweiten Oktoberhälfte sollten die unteren Blattstiele auf Einbohrlöcher, Verbräunungen und erste Vernarbungen kontrolliert werden. Anfangs sind die Symptome schwer zu erkennen – eine Lupe oder die Smartphone-Kamera, ggf. mit Makro-Aufsatz – helfen. Werden noch keine oder nur vereinzelte Symptome gefunden, die Kontrollen bis in den November wöchentlich wiederholen. Kritisch wird es ab drei Blattstielen mit Larvensymptomen pro Pflanze in schwachen Beständen bzw. fünf bei kräftigem Raps.
Das gilt ausdrücklich auch für bereits behandelte Bestände. Bei hohen Temperaturen, anhaltendem Zuflug und kurzer Dauerwirkung konnten Pyrethroid-Behandlungen häufig nur einen Teil der Eiablage verhindern. Auch geringe Gelbschalenfänge schließen einen später kritischen Larvenbefall nicht sicher aus.
Nicht vorschnell behandeln! Ziel einer gezielten Larvenbekämpfung ist es, möglichst viele der nach und nach schlüpfenden Larven zu erfassen. Der geeignete Behandlungstermin liegt deshalb möglichst im ansteigenden Larvenschlupf – und kann je nach Zuflugzeitpunkt und Witterungsverlauf erheblich variieren.
Mit proPlant expert.classic den Larvenschlupf besser einschätzen
proPlant expert.classic unterstützt Landwirte und Berater bei dieser Entscheidung. Das Rapserdfloh-Modell berechnet anhand von Zuflug und Witterung die weitere Entwicklung bis zum Larvenschlupf. Es zeigt die täglichen Bedingungen für Zuflug und Eiablage, den berechneten Anteil bereits geschlüpfter Larven und bewertet den Verlauf von Eiablage und Larvenentwicklung. So lässt sich erkennen, ab wann die Blattstielkontrollen wichtig werden. Entscheidend bleibt der tatsächliche Befall auf dem Schlag.
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