Wann den Maiszünsler behandeln?

Der Maiszünsler (Ostrina nubilalis) ist jetzt deutschlandweit in den Maisflächen aktiv. Der Zuflug erfolgte deutlich früher als 2021. Zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen wurden erste Falter im Rheinland um den 10. Juni und in Westfalen um den 15. Juni in Lichtfallen gefangen. Seit 20. Juni (Rheinland) bzw. 25. Juni (Westfalen) sind ansteigende Falterzahlen zu verzeichnen. Die Ausbringung von Trichogramma-Schlupfwespen war daher in NRW ab 25. Juni (Rheinland) bis 29. Juni (Westfalen) empfohlen. 10-14 Tage später muss eine zweite Trichogramma-Ausbringung erfolgen.

Wo eine Insektizidbehandlung angeraten wird (hoher Vorjahresbefall und CCM- oder Körnermais auf schwereren Böden) gilt es, den richtigen Einsatztermin für das Insektizid zu finden. Das Maiszünsler-Phänologiemodell von proPlant expert.classic bewertet anhand von Wetterdaten den Verlauf des Falterfluges, leitet daraus den Larvenschlupf ab und bestimmt das Zeitfenster für die Behandlung zum Hauptlarvenschlupf.

Beispiel: Die expert.classic Maiszünsler-Grafik vom 29. Juni 2022 gibt für den Wetterstandort Zülpich (Rheinland) einen Überblick über das Wetter inkl. Vorhersage. Gezeigt werden in der Standardeinstellung die tägliche Maximum- und Minimumtemperatur, die Sonnenscheindauer und die Niederschlagshöhe. Darunter lassen sich die davon abgeleiteten täglichen Zuflugwahrscheinlichkeiten für die Falter ablesen. Rote Punkte bedeuten optimale Zuflugbedingungen. Gelbe Punkte stehen für günstige und grüne Punkte für mäßige Bedingungen. Hauptzuflugtage, die stärkeren Zuflug erwarten lassen, werden zusätzlich mit einem orangefarbenen Hintergrund gekennzeichnet. Die Falterfänge in der Lichtfalle passen gut zum prognostizierten Zuflugverlauf. expert.classic gibt anhand der Wettervorhersage eine Einschätzung, wie lange es ungefähr noch bis zum Hauptlarvenschlupf dauern wird, also ab wann eine Insektizid-Behandlung zu planen ist, in diesem Beispiel voraussichtlich ab 3. Juli.

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