Seit 15 Jahren: bewährte Rapserdfloh Strategie von proPlant / neue Zusammenarbeit mit Rapool

Nicht immer macht der Erdfloh Probleme. Doch im Extrem kann er die Auswinterung ganzer Bestände verursachen. Zwar kann der Rapserdfloh den Raps durch den Reifungsfraß der Käfer an den jungen Blättern schädigen. Den Hauptschaden allerdings verursachen die Larven: Hohe Ertragsausfälle sind nur dann zu befürchten, wenn im Herbst ein hoher Larvenbefall erreicht wird. Für das Erkennen von solchen Schadjahren ist die Auswertung der Herbstwitterung entscheidend. Denn neben dem Ausgangsbefall mit Käfern (Gelbschalen) bestimmen die Temperaturen im September und Oktober das Vermehrungspotenzial und die Entwicklungsgeschwindigkeit.

Seit 2004 Jahren warnt das proPlant Pflanzenschutz-Beratungssystem Landwirte und Berater erfolgreich bei einem hohen Erdflohrisiko im Herbst. Die Richtigkeit dieser in der Praxis bewährten Vorgehensweise wurde aktuell durch Feldversuche von Julius-Kühn Institut und Universität Göttingen in den drei Anbaujahren 2015 bis 2018 nochmals bestätigt.

Anhand von Wetterparametern bewertet proPlant die täglichen Zuflug- und Eiablagebedingungen und weist den Anteil bereits aus den Eiern geschlüpfter Larven aus. Dazu liefert das System Interpretationshilfen für die Behandlungsentscheidung. Die untenstehende Grafik zeigt als Beispiel eine Situation für das letzte Jahr 2018.

neuer Service für Rapool für Herbst 2019

Seit dem 28. August steht auf der Internetseite www.rapool.de unter “Pflanzenbauhinweise” wöchentlich die aktuelle Einschätzung für Rapserdfloh, Wachstumsregler und Phoma unserer proPlant GmbH als neutralem, unabhängigem Beratungsunternehmen.

Stellen Sie jetzt Gelbschalen in den auflaufenden Raps!

Voraussetzung zur gezielten Behandlung der Käfer ist die Kontrolle des Zuflugs mittels Gelbschalen. Diese sollten beim Auflaufen des Rapses im Bestand aufgestellt werden. Eine frühe Behandlung der adulten Käfer sollte nur erfolgen, wenn mehr als 10% der Blattfläche geschädigt ist oder wenn früh sehr hohe Käferzahlen in den Gelbschalen gefunden werden.

Normalerweise kann aber zunächst abgewartet werden: Denn ob ein bekämpfungswürdiger Larvenbefall erreicht wird, ist allein über den Käferbefall schwer abzuschätzen. Zeigt sich im Spätherbst direkt am Larvenbefall, dass die Bedingungen für Eiablage und Larvenentwicklung günstig waren, kann bei kühleren Temperaturen und längerer Wirkungsdauer gezielt gegen die Larven vorgegangen werden. Die schlagspezifische Befallskontrolle ist dabei wichtig, zum einen weil der Befall kleinräumig sehr unterschiedlich sein kann, zum anderen dient sie dem Resistenzmanagement. Weil in vielen Teilen Deutschlands der Erdfloh bereits gegen Pyrethroide resistent ist, muss auf unnötige Behandlungen unbedingt verzichtet werden.

Leider ist die Option der späten Behandlung gegen die Larven noch nicht üblich, weder für die Praxis noch für die Beratung. Dabei hat sie mehrere Vorteile: Man kann den Oktober abwarten, sieht das Ergebnis direkt in den Beständen und kann immer noch reagieren. Da Gelbschalen in der Praxis nicht auf allen Schlägen aufgestellt werden, ist die Kontrolle des Larvenbefalle eine einfache Option, alle Schläge zu kontrollieren (und dann auch nur dort zu behandeln, wo es nötig ist).

Vielleicht gefällt dir auch