proPlant expert.classic: Phoma im Raps Herbst 2019

Bis Mitte September dachte mancher: „Phoma wird in diesem Herbst überhaupt keine Bedeutung bekommen aufgrund der langanhaltenden Trockenheit im Spätsommer.“. Zumal der Ausgangsbefall aus dem Vorjahr deutschlandweit niedrig war. Nur im westlichen Teil von Schleswig-Holstein und an der Nordsee-Küste von Niedersachsen hatte es bis dahin mehr geregnet.

Aber ab dem 23. September oder wenige Tage später ging es mit dem lang ersehnten Regen deutschlandweit los. Erster Phoma-Befall ist mittlerweile in anfälligen Sorten in verschiedenen Regionen Deutschlands (im Norden, Westen und Süden, eher weniger im Osten und in der Mitte) zu finden, was nach dem regnerischen Wetter der letzten 3-4 Wochen nicht verwunderlich ist und sehr gut zu der nachfolgend dargestellten Deutschlandkarte unseres Pflanzenschutz-Beratungssystems proPlant expert passt. Auf den unteren, älteren Blättern (nicht auf den jüngeren Blättern suchen!) zeigen sich nun gelblich-braune bis graue Flecken mit weißgrauem Zentrum und die typischen kleinen schwarzen Sporenlager (Pyknidien).

Aus den Infektionen der letzten Tage werden in den nächsten Tagen weitere neue Phoma-Flecken sichtbar werden auf Schlägen, die nicht mit einem Fungizid behandelt sind. Aufgrund der sehr guten Phoma-Resistenz der meisten modernen Rapssorten ist die wirtschaftliche Bedeutung geringer als vor 10 Jahren. Kritischer gewesen wäre auch ein Start der Epidemie bereits im September, wir haben aber jetzt bereits Mitte Oktober und viele gut entwickelte Rapsbestände.

Die folgende Abbildung aus unserem Pflanzenschutz-Beratungssystem proPlant expert.classic zeigt die Summe der Niederschläge für die beiden Monate August und September 2019 für 6 Wetterstationen in Deutschland. Generell ist bei überdurchschnittlichen Niederschlägen in diesen beiden Monaten mit Phomabefall zu rechnen, und die im Herbst im Raps eingesetzten Wachstumsregler sollten dann auch eine Stärke im Bereich Phoma haben. An der Station in Schleswig-Holstein hat es mit 220 mm mehr als doppelt so viel geregnet wie z.B. an der Station Leipzig mit 90 mm.

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