proPlant expert.classic – Saisonstart Rapsschädlinge

Vom tiefsten Winter geht es Mitte Februar direkt in den Vorfrühling: Daher Gelbschalen (mit Gitter!) auf den Rapsflächen aufstellen! Denn trotz des drastischen Wetterwechsels muss damit gerechnet werden, dass die sonnigen und warmen Tage die Rüssler in die Bestände locken. Gerade die erste Zuflugwelle darf nicht verpasst werden, weil sie häufig schon die Masse der Rüssler zum Verlassen der Winterlager bewegt und damit deutlich anzeigt, ob behandelt werden muss. Nach schönen Tagen die Gelbschalen kontrollieren. Dort können dann auch erste Rapsglanzkäfer zu finden sein.

Die Rüssler-Bekämpfung (nach Schwellenüberschreitung) muss vor der Eiablage erfolgen. Und bleibt es nach dem Zuflugbeginn warm und sonnig, können die Käfer bereits nach wenigen Tagen eiablagebereit sein. Dies gilt v.a. für den Großen Rapsstängelrüssler. Er durchläuft die Eireife deutlich schneller als der Kohltriebrüssler und hat auch das größere Schadpotenzial. Die Rüssler-Behandlung ist die wichtigste Schädlingsmaßnahme im Frühjahr; Versuchsergebnisse zeigen regelmäßig wirtschaftliche Mehrerträge um 3 dt/ha. Anwender des proPlant Pflanzenschutz-Beratungssystems expert.classic nutzen die Regionalberatung, um die Zufluggefahr zu prüfen und ihre Gelbschalenkontrollen darauf abzustimmen. Hat Zuflug stattgefunden, beobachten sie täglich die Eiablage-Vorhersage, um den richtigen Zeitpunkt für die Rüsslerbehandlung zu treffen.

Rapsflächen sollten jetzt auch auf Rapserdflohlarven kontrolliert werden. Für die Entwicklung des Rapserdflohs war der letzte Herbst erneut förderlich. Ab 60% befallene Blattstiele (Aufplatzungen) kann eine kombinierte Behandlung direkt nach dem Zuflug der ersten Rüssler erforderlich sein. Nach fehlenden Wintern (2018/19 und 2019/20) hatte sich 2020 der Befall in einigen Teilen Deutschlands regelrecht aufgeschaukelt (z.B. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern). Auch in vielen anderen Regionen kristallisiert sich mit teils massivem Zuflug und ansteigendem Larvenbesatz der Rapserdfloh zum „Sorgenkind“ unter den Schädlingen heraus (z.B. Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt). Die Pyrethroid-Resistenz hat sich von Norden ausgehend weiter nach Süden und Osten ausgebreitet. Es stehen der Praxis für die Bekämpfung aber keine anderen Wirkstoffgruppen zur Auswahl.

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