proPlant expert.classic: Cercospora in Zuckerrüben jetzt in den Fokus nehmen!

Die Witterung seit April hat die Entwicklung von Cercospora-Blattflecken in der Südhälfte Bayerns flächendeckend gefördert. Auch in Baden-Württemberg ist das Risiko für Cercospora inzwischen gestiegen (siehe Karte „Infektionsrisiko“): In diesen südlichen Regionen Deutschlands, in denen Cercospora über die Jahre gesehen eine größere Bedeutung hat als im Norden und Osten Deutschlands, hat es in den letzten Wochen mehr geregnet als anderswo in Deutschland. Auch im nördlichen Rheinland-Pfalz und im angrenzenden westlichen Teil von NRW hat sich mittlerweile ein erhöhtes Risiko für Cercosporabefall aufgebaut. Das Wetter hat den Pilz auch ganz im Norden Deutschlands gefördert (küstennahe Standorte), in den trockeneren Regionen in der Mitte und im Osten dagegen nur lokal. Falls nicht bereits erfolgt, sollten in den Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko die Schläge jetzt unbedingt und fortan regelmäßig auf Pilzbefall kontrolliert werden. Das gilt insbesondere für folgende Risikoschläge: anfällige Sorte, Vorjahres-Rübenparzellen in der Nachbarschaft, früher Reihenschluss relativ gesehen zu anderen diesjährigen Schlägen, Staulage, Flussnähe, Beregnung. Es besteht Verwechslungsgefahr mit den bakteriell verursachten Blattflecken! Nicht nur weil wichtige Wirkstoffe weggefallen sind (z.B. Epoxiconazol), muss Cercospora in diesem Jahr besondere Beachtung geschenkt werden. Mittlerweile besteht gerade in den typischen Befallsregionen eine weit verbreitete Strobilurin-Resistenz und ein Azol-Shifting (schrittweise Anpassung des Pilzes über die Jahre). Der erste Fungizideinsatz muss den Aufbau einer Epidemie wirkungsvoll verhindern. Falls Anfangsbefall mit Cercospora vorhanden ist, muss bei zusätzlich günstigem Infektionswetter die erste Spritzung erfolgen (infektionsnah!). Wenn diese zu spät erfolgt, wird sich Cercospora unausweichlich bei weiterem Infektionswetter ausbreiten.

7 Fungizide haben eine Notfallzulassung gegen Cercospora-Blattflecken in Zuckerrüben erhalten:

  • Kontaktmittel: Funguran Progress, Coprantol Duo, Cuproxat, Yukon
  • Azole: Panorama (Metconazol + Prothioconazol)
  • Azol-Carboxamid-Kombinationen: Diadem (Mefentrifluconazol + Fluxapyroxad), Propulse (Prothioconazol + Fluopyram)

Kupfermittel den Azolfungiziden zuzumischen, kann einer weiteren Resistenzentwicklung vorbeugen. Propulse erreicht eine Cercospora-Dauerwirkung wie früher die nicht mehr verfügbaren Epoxiconazol-haltigen Produkte.

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